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Das Wallis beweist, dass Austausch kein Kraftakt ist

Im zweisprachigen Wallis findet der Austausch im alltäglichen Leben statt und erleichtert das Sprachenlernen auf allen Bildungsstufen. Entsprechend hoch ist der Stellenwert, den der Kanton dem Austausch zwischen dem französisch- und dem deutschsprachigen Kantonsteil beimisst. Im Fokus steht dabei die Lust am Entdecken und Erlernen einer Fremdsprache von Kindesbeinen an.

Bei der Durchführung von Mobilitäts- und Austauschaktivitäten können die Volksschule und die allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe II die Unterstützung des Büros für Sprach-Austausch (BSA) in Anspruch nehmen. Die engagierten Mitarbeitenden des BSA haben im Rahmen von kantonalen und interkantonalen Projekten Programme wie «Deux langues – ein Ziel» oder «Vas-y! Komm!» erarbeitet, die sowohl einen Einzel- als auch einen Klassen- oder Gruppenaustausch ermöglichen. Im Jahr 2016 haben nahezu 3500 Schülerinnen und Schüler an einem dieser Programme teilgenommen, und die Zahl der teilnehmenden Primarschülerinnen und Primarschüler ist von 400 im Jahr 2008 auf aktuell über 2000 gestiegen. Laut den Verantwortlichen des Kantons ist Nähe für den Erfolg eines Projekts entscheidend: Sie erleichtert die Förderung von Mobilität und Austausch und den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen den Schulen und den Eltern («Die Eltern müssen ihre Kinder nicht online über eine Website anmelden»). Der Kanton Wallis hat klare Erwartungen an Movetia: Nachhaltige finanzielle Unterstützung, die sich nicht allein auf Innovationen beschränkt, Bereitstellung von IT-Tools für die Verwaltung sowie didaktische Aufsicht über die Austauschaktivitäten. Aus Sicht der Kantonsverantwortlichen sollten nicht nur länger dauernde Programme gefördert werden; auch kürzere Aufenthalte haben ihre Vorteile. Sie scheinen nur kurz, denn sie brauchen auch Vor- und Nachbereitung.

Auf Stufe Berufsbildung hat der Kanton ein anderes System ausgestaltet. Es gibt kein Austauschbüro, sondern eine Person, die für die Förderung der Zweisprachigkeit verantwortlich ist. Auch auf dieser Bildungsstufe sind die Erwartungen hoch, davon zeugt die Zahl der Lernenden, die ein Praktikum in einer anderen Sprachregion absolvieren (250 Lernende im Schuljahr 2016/2017). Der Kanton bedauert, dass das Programm «Offene Stellen» des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO in Vergessenheit geraten ist. Die Rückmeldungen der Jugendlichen waren sehr positiv, obwohl sie sich für die Teilnahme arbeitslos melden mussten. In diesem Sinn strebt Movetia eine erneute Zusammenarbeit mit dem SECO an. Der Kanton hat ein Projekt zum Thema «Sprachliche Berufsbildung nach dem EFZ» skizziert, das allenfalls für den Einsatz auf nationaler Ebene erweitert werden könnte.

Auf der Tertiärstufe wird die Mobilität der FH-Studierenden durch die Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) sichergestellt. Die Pädagogische Hochschule Wallis setzt ihre Schwerpunkte innerhalb des Kantons und hat folglich sehr wenig Ressourcen für Mobilitätsprogramme in anderen Landesteilen der Schweiz oder in Europa. Diese Lücke gilt es noch zu schliessen. Zu guter Letzt haben die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer Interesse an der Erarbeitung eines nationalen Austauschprogramms (3 bis 6 Monate) für junge diplomierte Lehrpersonen bekundet.


Movetia auf Tour de Suisse

In der mehrsprachigen und föderalistischen Schweiz tragen die Kantone die Hauptverantwortung für das Bildungswesen und sind damit zentrale Partner für Austausch und Mobilität während der Ausbildung. Movetia will 2017 alle Kantone besuchen, um sich über ihre Ziele und Aktivitäten zu informieren und um ihre Erwartungen an die neue nationale Agentur zu erfahren. Gleichzeitig will Movetia die neue nationale Agentur und bestehenden Angebote vorstellen. Bereits hat Movetia die Kantone Freiburg, UriSchwyzZürichBernSt. Gallen und Waadt besucht.