Welche Schulen können teilnehmen?

Das Angebot richtet sich an Schweizer Schulen der Sekundarstufe II (Mittelschulen, Berufsfachschulen und Berufsmaturitätsschulen). Auf Anfrage können auch Schulen anderer Stufen berücksichtigt werden.

Partner- und Herkunftsländer

Das Sprachassistenzprogramm wird bilateral mit Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Österreich durchgeführt. Movetia prüft gegenwärtig die Möglichkeit, neue Partnerschaften mit Spanien und Irland aufzubauen. Details werden bis Mitte Dezember 2018 bekannt gegeben. Bis dahin nimmt Movetia weiterhin direkt Kandidaturen aus diesen Ländern entgegen. Unilateral werden zusätzlich Sprachassistenzpersonen italienischer Muttersprache vermittelt.

Vermittlungsgebühren

Die in der Bedarfserhebung aufgeführten Vermittlungsgebühren (s. Anmeldeformular) werden nach erfolgreicher Vermittlung wie folgt in Rechnung gestellt.


Profil der Bewerberinnen und Bewerber

Am Programm teilnehmen können Bewerberinnen und Bewerber, die folgende Voraussetzungen erfüllen.  

Muttersprache
Die Bewerberinnen und Bewerber sprechen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch als Muttersprache oder auf einem gleichwertigen Niveau.

Studium
Mindestens vier Semester oder ein abgeschlossenes Studium folgender Fachrichtungen:

  1. Deutsche, englische, französische, italienische oder spanische Sprache und Literatur;
  2. Deutsch (DaF), Englisch (EFL), Französisch (FLE), Italienisch oder Spanisch als Fremdsprache;
  3. Weitere Studienrichtungen, vorzugsweise mit deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache oder Literatur als Nebenfach;
  4. Pädagogische Lehrgänge an einer Universität, einer pädagogischen Hochschule oder Fachhochschule.

Kenntnisse der Sprachen der Schweizer Gastregion
Je nach Schweizer Sprachregion sollten die Kandidierenden Deutsch oder Französisch auf einem A2-Niveau (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen GER) vorweisen oder glaubhaft machen können, dass sie in der Lage sind, sich in der Schweiz selbständig zurechtzufinden.
 
Weitere Zulassungskriterien
Eine gute Allgemeinbildung, klare Ausdrucksweise in der Muttersprache, Kenntnisse im pädagogischen Bereich und selbständiges Arbeiten mit Halbklassen oder Gruppen werden vorausgesetzt.

Alterslimiten
Die Teilnehmenden sind in der Regel zwischen 21 und 30 Jahre alt. Aus Grossbritannien und Frankreich werden auch Kandidierende von 20 Jahren bis 35 Jahren ins Programm aufgenommen. In begründeten Fällen (z.B. Familiengründung oder Zweitausbildung) können auch Ausnahmen gemacht werden. Oberstes Prinzip ist, dass die Teilnahme am Programm den Charakter eines Berufspraktikums behält. Weiter wird darauf geachtet, dass die Altersdifferenz zwischen den Schülerinnen und Schülern und der Sprachassistenzpersonen nicht zu gross ist, damit eine gewisse Nähe zu ihrer Lebenswelt möglich ist.

Auswahlverfahren

Eine erste Selektion der Bewerbungen erfolgt durch die ausländischen Partnerorganisationen anhand des Anmeldedossiers. Dies gilt für Bewerbungen aus Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Österreich. In einem zweiten Schritt findet eine Absprache mit Movetia statt. Movetia richtet sich dabei - soweit wie möglich - nach den von den Gastschulen genannten Wünschen.

Im Bedarfsfall, oder je nach Bestimmung der Partnerorganisation, nimmt Movetia auch direkte Bewerbungen aus den Partnerländern entgegen. Bewerberinnen und Bewerber, die auf diesem direkten Weg in die engere Wahl kommen, werden in der Regel von Movetia zu einem Telefon- oder Skype-Interview eingeladen. Die endgültige Wahl erfolgt in einem dritten Schritt durch die Schulleitung der Gastschule. Weitere Details zum Vermittlungsprozess sind im «Factsheet zum Vermittlungsprozess» festgehalten.

Gastschulen und Aufgaben

Die Sprachassistenzpersonen werden in erster Linie an gymnasiale und berufsbildende Schulen der Sekundarstufe II vermittelt (Mittelschulen, Berufsmaturitätsschulen; Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 20 Jahren). Auf Anfrage können auch Schulen anderer Stufen berücksichtigt werden.

Mehrere Gastschulen – jedoch maximal drei - können auch gemeinsam eine Assistenzstelle anbieten. Zwischen der Sprachassistenzperson und den Schulbehörden werden die Rechte und Pflichten in einer Vereinbarung oder einem Vertrag geregelt. Die Schulbehörden bezeichnen zudem einen Mentor bzw. eine Mentorin, die für die fachliche und persönliche Betreuung der Sprachassistenzlehrperson verantwortlich ist. 

Anstellungsdauer, Arbeitszeit und Gehalt

Die Anstellungszeit dauert in der Regel 10 Monate (1. September bis 30. Juni). In der deutschen Schweiz stellen die Schulen die Assistenzlehrpersonen oft auch für das ganze Schuljahr an (Mitte August bis Mitte Juli). Die Unterrichtsverpflichtung beträgt 12 Stunden pro Woche (16 Lektionen zu 45 Minuten).

Der monatliche Mindest-Bruttolohn, d. h. der Betrag vor allen Abzügen, beträgt CHF 3’200 (netto ca. CHF 2'550). Dieser Lohn ist auf den Lebensunterhalt einer alleinstehenden Person ausgerichtet.

Diese Angaben sind Richtwerte. Die genaue Anzahl der Stunden beziehungsweise des Lohns werden zwischen dem Kanton bzw. der Schule und den Sprachassistenzpersonen vorgängig besprochen und vertraglich festgelegt.

Wohnsitz der Sprachassistenzperson

Die Sprachassistenzperson ist grundsätzlich selbst für die Suche und Bezahlung der Unterkunft verantwortlich.

Die Sprachassistenzperson nimmt Wohnsitz in der Schweiz – vorzugsweise im anstellenden Kanton und in einem der Schule nahegelegenen Ort. Im Falle von familiären Verpflichtungen oder anderen gewichtigen Gründen sind auch auswärtige Wohnsitze zuzulassen.

Seminare und Befragung

Die Sprachassistenzpersonen werden kurz vor oder zu Beginn ihres Aufenthaltes in der Schweiz anlässlich eines eintägigen Seminars auf das Leben in der Schweiz sowie ihre Assistenztätigkeit vorbereitet. Der Zeitpunkt dieses Seminars wird am Schuljahresbeginn jener Kantone ausgerichtet, an denen die meisten Sprachassistenzlehrpersonen angestellt sind. Die Schulbehörden sind gebeten, ihre künftigen Sprachassistenzpersonen frühzeitig auf das Datum aufmerksam zu machen, an dem dieses Seminar stattfindet, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Einreise entsprechend zu planen.

Die Assistenzzeit wird mit einer Befragung der Sprachassistenzlehrpersonen abgeschlossen. Diese Befragung dient der Qualitätskontrolle und der Verbesserung des Angebots.

Meilensteine des Vermittlungsprozesses

1. Beratung: Schulen, die sich erstmals mit dem Gedanken befassen, eine Sprachassistenzperson anzustellen, können sich zwecks Beratung und Klärung aller Detailfragen an Movetia wenden.

2. Anmeldung: Der Antrag zur Vermittlung einer Sprachassistenzperson (Bedarfsmeldung) - oder einer Verlängerung einer bereits bestehenden Anstellung - erfolgt per Anmeldeformular oder per Mail.

3. Auswahl der Bewerbungen: Mehrheitlich erfolgt die Rekrutierung aufgrund von standardisierten Bewerbungsformularen in Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation im Herkunftsland. Die erste Bewertung und Selektion der Bewerbungen erfolgt bereits im Herkunftsland. Falls möglich, führen die programmführenden Partnerorganisationen im Ausland ein Eignungsinterview durch. In den meisten Fällen wird diese Aufgabe jedoch von dezentralen Behörden (bspw. Universitäten) übernommen.

4. Vermittlung – gemeinsam mit Partnerorganisation: Movetia erhält eine bestimmte Anzahl von - seitens der Partnerorganisation ausgewählten – Bewerbungen. Die Zahl richtet sich gemäss dem vorgängig ermittelten Bedarf der Schweizer Gastschulen. Die Zuteilung der Sprachassistenzpersonen an die Schweizer Gastschulen erfolgt anschliessend aufgrund des Profils, welches die Schulen im Anmeldeformular (Bedarfserhebung) angegeben haben. Die Schweizer Gastschulen erhalten in der Regel ein Bewerbungsdossier. Es ist nicht möglich, für jede Assistenzstelle mehrere Dossiers zur Auswahl zu stellen. Die Möglichkeit, im Bedarfsfall ein Alternativdossier nachzuliefern, ist abhängig von der Zahl der Kandidaturen, welche der Partnerorganisation vorliegen.

Vermittlung – Direktbewerbungen bei Movetia

Siehe Auswahlverfahren. Für Spanisch- und Italienisch-Sprachassistenzen stellt Movetia den Schulen mehrere Dossiers zur Auswahl zu. 

Weitere Informationen

Weitere Details zum Vermittlungs- und Anstellungsprozess sind in der Checkliste „Vorgehen und Empfehlungen“ sowie im „Factsheet zum Vermittlungsprozess“ festgehalten.