Die EU-Kommission startet einen zusätzlichen Projektaufruf für strategische Partnerschaften (KA2). Auch Institutionen aus der Schweiz können teilnehmen: Bis zum 12. November können bei Movetia Anträge für Kooperationsprojekte zu den Themen Digitalisierung und Kreativität eingereicht werden. Mit diesem ausserordentlichen Projektaufruf reagiert die EU-Kommission auf die durch die COVID-19-Pandemie bedingten neuen Herausforderungen, mit denen Bildungsinstitutionen in Europa und weltweit konfrontiert sind. Für Schweizer Institutionen und Organisationen ist eine Teilnahme sowohl mit offiziellem als auch mit assoziiertem Status möglich.


Prinzipiell gelten auch für diesen Aufruf die Förderbedingungen für Erasmus+ KA2 Strategische Partnerschaften, die bereits im diesjährigen Programmleitfaden 2020 veröffentlicht wurden. Strategische Partnerschaften sind ein Projektformat von Erasmus+. Sie ermöglichen Institutionen der Schulbildung, Berufsbildung, Tertiärbildung, Erwachsenenbildung und der ausserschulischen Jugendarbeit die Kooperation mit Partnern aus Europa. Es werden innovative Ansätze in der Bildung erarbeitet. In internationalen Netzwerken werden Wissen und Erfahrungen ausgetauscht. Davon profitiert die Bildungslandschaft Schweiz.

Für eine Antragstellung mit assoziiertem Status können bei Movetia ab sofort und bis zum 12. November 2020 Kooperationsprojekte für «Digitale Bildung» und «Partnerschaften für Kreativität» eingereicht werden. Die Projekte können eine Laufzeit von maximal 24 Monaten haben.

«Bereitschaft für Digitale Bildung»:
Förderformat für Schulbildung, Berufsbildung und Hochschulbildung

Die COVID-19-Pandemie hat der Entwicklung hin zu Modernisierung und digitaler Transformation der Bildungs- und Ausbildungssysteme Schub verliehen und die Notwendigkeit des Auf- und Ausbaus digitaler Vermittlungsformate aufgezeigt. Ziel von «Digitaler Bildung» ist, die Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen zu stärken und qualitativ hochwertige, integrative digitale Bildung anzubieten.

Über dieses Förderformat können Institutionen aus den Bereichen Schulbildung, Berufsbildung und Hochschulbildung Projektanträge einreichen, welche das Bildungssystem fit machen für Online- und Fernunterricht. Für Lehrpersonen und Dozierende sollen ausserdem neue Instrumente für die Entwicklung digitaler Kompetenzen und die Sicherung des integrativen Charakters von Lernangeboten geschaffen werden.

Die Partnerschaften sollen die Vernetzung innerhalb der europäischen Bildungslandschaft, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Fachwissen sowie die Zusammenarbeit mit Anbietern digitaler Technologien und Expertinnen und Experten für Bildungstechnologien fördern, um massgeschneiderte Lösungen für lokale Herausforderungen und Gegebenheiten zu entwickeln.

Priorisierte Aktivitäten «Digitale Bildung»

  • Aktivitäten zum Einsatz digitaler Tools und Methoden, um qualitativ hochwertige und integrative Bildung durch online/virtuelle Mittel zu vermitteln, einschliesslich des Blended Learning/Teaching/Training
  • Aktivitäten zur Unterstützung von Lernenden und Lehrenden bei der Nutzung des Online-/Fernunterrichts
  • Aktivitäten zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Technologien
  • Aktivitäten für eine optimale Integration digitaler Online-Technologien in den fachspezifischen Unterricht und in die Ausbildung 
     

«Partnerschaft für Kreativität»:
Förderformat für Schulbildung, Erwachsenenbildung und Jugend

Die Folgen von COVID-19 sind besonders für den kulturellen und kreativen Sektor verheerend. Mit «Partnerschaften für Kreativität» sollen sich Institutionen und Organisationen im Bereich der formalen, informellen und nicht-formalen Bildung im kreativen und kulturellen Sektor so engagieren, dass Jugendliche und Erwachsene Kompetenzen zur Bewältigung der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen erlangen können.

Über dieses Förderformat können sich Institutionen und Organisationen aus den Bereichen Schulbildung, Erwachsenenbildung und Jugend für eine Förderung bewerben mit Projekten, die das kreative Potenzial von Jugendlichen und Erwachsenen unterstützen, die sektorübergreifende Zusammenarbeit fördern sowie die Qualität, Innovation und Anerkennung in der Schulbildung, Erwachsenenbildung und Jugendarbeit steigern.

Priorisierte Aktivitäten «Partnerschaften für Kreativität»

Aktivitäten im Zusammenhang mit der Stärkung aller Aspekte der Kreativität in der informellen, nicht-formalen und formalen Bildung durch die Förderung von kreativen Kompetenzen
Massnahmen zur adaptiven Nutzung digitaler Mittel in Bezug auf die Art und Weise, wie kreative Produkte, Kulturgüter und Veranstaltungen geschaffen, verwaltet, verbreitet, zugänglich gemacht und konsumiert werden
Aktivitäten zur Förderung der aktiven Bürgerschaft und der sozialen Eingliederung durch Kunst, insbesondere bei jungen Menschen

  • Aktivitäten zur Förderung von Talenten und Unternehmergeist (einschliesslich des sozialen Unternehmertums) in kulturellen und kreativen Bereichen 
  • Lerntools, Materialien, Kurse und Ausbildungsmodule zur Förderung von Kreativität, Kultur und interkultureller Verständigung
  • Künstlerische und (sozio-)kulturelle Initiativen mit einer Bildungsdimension und dem Ziel, das Bewusstsein für gesellschaftliche Fragen im europäischen Kontext zu schärfen (Theaterstücke, Ausstellungen, Musikaufführungen, Diskussionsforen etc.)
  • Aktivitäten zum Aufbau und zur Stärkung von Netzwerken und neuen Modellen der Zusammenarbeit (insbesondere durch digitale Mittel), die das interkulturelle Engagement und die Entfaltung kreativer Denk- und Handlungsweisen bei jungen Menschen fördern
  • Transnationale Mobilitätsaktivitäten, einschliesslich Gast-Aufenthalte von Künstlerinnen und Künstlern und Kulturschaffenden in den Bereichen der nicht-formalen/formalen Bildung und der Jugendarbeit.