Mikroabenteuer-Generator: So heisst ein kleiner Neuling unter den Brettspielen. Movetia wollte ein Instrument schaffen, damit Lehrpersonen die transversalen Kompetenzen ihrer Schüler:innen entwickeln können. Die Kompetenzen sind vor allem bei Austausch und Mobilität von entscheidender Bedeutung.


In einer Schachtel sind 112 Abenteuerkarten, 9 Würfel und ein Logbuch. Alles ist da, um stundenlange mehr als 8000 Mikroabenteuern anzugehen. Das Prinzip ist ebenso verlockend: Auf Abenteuer gehen und Fähigkeiten entwickeln! Ob allein, in der Klasse, mit Freunden oder der Familie - der Mikroabenteuer-Generator bietet die Möglichkeit, Herausforderungen anzunehmen, das Selbstvertrauen zu stärken und gleichzeitig die Umgebung mit neuen Augen zu entdecken. Das Spiel soll junge Menschen motivieren, die Welt zu entdecken, ihre Neugierde zu wecken und sie auf den Austausch vorzubereiten.

Das Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Der Mikroabenteuer-Generator wurde in Partnerschaft mit Helvetiq sowie der HEP Valais entwickelt und von der Stiftung Mercator finanziell unterstützt. Das Spiel ist ab diesem Frühjahr verfügbar. «Er ist das Ergebnis einer Überlegung, die darauf abzielt, die Entwicklung curricularer transversaler Fähigkeiten durch einen spielerischen Ansatz zu unterstützen. Und so bei den Schülerinnen und Schülern die Lust und die Motivation zu fördern, ein mehrsprachiger Bürger oder eine mehrsprachige Bürgerin zu sein, die bereit ist, die Welt zu erkunden», erklärt Julien Da Costa, wissenschaftlicher Stellvertreter an der Universität Genf im Bereich der Bildungstechnologien und von der Pädagogischen Hochschule Wallis mit der Entwicklung des Spiels beauftragt. «Die transversalen Kompetenzen nehmen in den Lehrplänen einen immer grösseren Platz ein, aber aufgrund ihrer fächerübergreifenden Natur und der Schwierigkeit ihrer Bewertung ist die Arbeit an diesen Kompetenzen sehr implizit. Dieses Tool soll den Kompetenzen Sichtbarkeit verleihen und die Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern über dieses Thema anhand konkreter Aktionen in Gang bringen», fügt Julien Da Costa hinzu, der zusammen mit seiner Kollegin Corinna Bumann, Lehrbeauftragte an der PH Wallis, Co-Autor des pädagogischen Leitfadens ist, der dem Spiel beiliegt.

Pädagogischer Leitfaden als Ergänzung

Das Spiel Mikroabenteuer-Generator kann ab 10 Jahren alleine, aber auch mit der Familie, Freunden und im Klassenzimmer gespielt werden. Um das Spiel optimal in der Schule einsetzen zu können und um die Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen, wird es von einem pädagogischen Leitfaden begleitet. Dieser Leitfaden erleichtert die Arbeit am Szenario durch die Bereitstellung von Mustervorlagen. Er erleichtert auch das Erlernen des Materials und gibt an, welche Karten je nach der zur Verfügung stehenden Zeit, dem Alter der Schülerinnen und Schüler, dem Thema, das die Lehrkraft behandeln möchte, verwendet werden sollten. «Die einfachste Art, das Spiel zu verwenden, besteht darin, kleine Gruppen von 2 oder 3 Schülern zu bilden, sie die auf jeder Karte beschriebenen Aufgaben erfüllen zu lassen und ihr Logbuch auszufüllen. Die angesprochenen Themen sind sehr vielfältig und sprechen die unterschiedlichsten Kenntnisse der Kinder an, aber sie laden vor allem dazu ein, sich zu bewegen, Fragen zu stellen, anders zu denken, um anschliessend in der Klasse darüber zu diskutieren», erklärt Julien Da Costa. «Wir haben Tests in Walliser Klassen durchgeführt. Die Kinder hatten viel Spaß, denn es gibt keinen Moment der Latenz, sie sind in Aktion. Beim Spielen verlassen die Schülerinnen und Schüler ihre Komfortzone, entdecken ihre Mitschülerinnen und Mitschüler rund um interkulturelle und interlinguistische Themen neu. Das sind ähnliche Situationen wie bei Austausch- und Mobilitätsmassnahmen».

Wo und wann spielen?

Aber In welcher Unterrichtsstunde kann dieses Spiel eingesetzt werden? Julien Da Costa antwortet: «Alle, denn die transversalen Kompetenzen, deren Entwicklung durch dieses Instrument angestrebt wird, werden in allen Fächern benötigt und sind im Alltag unverzichtbar». Es ist auch möglich, das Spiel als Hausaufgabe oder in ausserschulischen Momenten zu verwenden, wenn die Zeit im Unterricht nicht ausreicht. Denn wie es auf der Schachtel so schön heisst, kann der Mikroabenteuer-Generator von «5 Minuten bis zum ganzen Leben» gespielt werden.