Der Projektaufruf 2022 der Initiative «Europäische Hochschulen» steht allen Ländern im Bologna-Raum und damit auch der Schweiz offen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) wird die Finanzierung für die Schweizer Hochschulen und Höheren Fachschulen sicherstellen, die einem der bestehenden Netzwerke beitreten oder gemeinsam mit anderen Hochschulen ein neues Netzwerk gründen möchten. Die nationale Agentur Movetia hat den Auftrag, den Teilnahmeprozess der Schweizer Hochschulen zu organisieren. Die Frist für den europäischen Projektaufruf läuft bis am 22. März 2022.


Die Schweizer Hochschulen können als assoziierte Partner am Projektaufruf der Initiative «Europäische Hochschulen» teilnehmen, der am 30. November im Rahmen von Erasmus+ lanciert wurde. Die Europäische Union hat entschieden, den Kreis der Teilnehmenden auf alle Bildungseinrichtungen auszuweiten, die Teil des europäischen Hochschulraums sind (EHEA: European Higher Education Area) – dazu gehört auch die Schweiz.

Mit einem Budget von 270 Millionen Euro für vier Jahre ausgestattet, bietet der Projektaufruf zwei Teilnahmemöglichkeiten. Die Hochschulen in der Schweiz haben die Möglichkeit, einer der 17 Allianzen, die 2019 unterstützt wurden, als Netzwerkpartner beizutreten, oder aber mit anderen europäischen Bildungseinrichtungen auf Tertiärstufe eine Europäische Universität zu bilden.

Das SBFI stellt für Schweizer Hochschulen 6 Mio. CHF zur Verfügung. Der europäische Call ist ab jetzt bis zum 22. März 2022 offen. Die Schweizer Hochschulen haben bis am 6. März 2022 Zeit, um ihren Antrag bei der nationalen Agentur Movetia einzureichen.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation und die Agentur Movetia sehen in der Teilnahme der Schweizer Hochschulen eine Chance für diese, Teil eines europäischen Exzellenznetzwerkes zu sein. Dadurch können sie ihre hohe Bildungsqualität und ihre vielfältigen Kompetenzen einbringen. Mit einem Beitritt zu diesen Allianzen können die Schweizer Hochschulen zudem ihren Lehrpersonen, Forschenden, Doktorierenden und Studierenden die Gelegenheit bieten, neue Kooperationsaktivitäten zu entwickeln und ihre Möglichkeiten für Mobilität zu erweitern.

Die im Dezember 2017 von der europäischen Kommission lancierte Initiative «Europäische Universitäten» will Allianzen auf Hochschulstufe etablieren, die den Erwerb von Qualifikationen erleichtern, indem sie Hochschulstudien in mehreren europäischen Ländern kombinieren und den Gedanken einer europäischen Staatsbürgerschaft stärken. Derzeit bestehen 41 Allianzen, in denen über 280 Bildungseinrichtungen auf Tertiärstufe beteiligt sind. Die Initiative «Europäische Universitäten» – eine der Leuchtturminitiativen der EU –  verfolgt die Vision, dass die europäischen Hochschulen zu einem interuniversitären Campus werden, in dem sich Studierende, Doktorierende, wissenschaftliche Mitarbeitende sowie Forscherinnen und Forscher ohne Hindernisse bewegen können.