Non-formales und informelles Lernen unterstützt junge Erwachsenen dabei, sich wertvolle Kompetenzen anzueignen. In Jugend in Aktion Projekten können die Teilnehmenden ihre Lernerfahrungen reflektieren und dokumentieren. Dies fördert insbesondere die individuelle und soziale Anerkennung non-formalen und informellen Lernens.

Was ist non-formales und informelles Lernen?

Laut Kompass bezieht sich non-formales Lernen auf jede geplante Aktivität, durch die sich Teilnehmende persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen ausserhalb von staatlichen Bildungsinstitutionen aneignen können. Non-formales Lernen zeichnet sich durch Freiwilligkeit und offenen Zugang aus.

Das Lernprogramm beruht auf den Bedürfnissen der Teilnehmenden, hat Lernziele und verwendet partizipative Methoden. Durch die partizipativen Methoden werden die Lernenden aktiv in die Aktivität einbezogen und können durch ihre Handlungen und Erfahrungen lernen. Die gewählten Methoden unterstützen die Lernenden dabei, die Lernziele zu erreichen. Die Lernergebnisse werden mit verschiedenen Methoden, von der Selbsteinschätzung der Lernenden bis hin zu formalisierten Zertifikaten, festgehalten.

Informelles Lernen beinhaltet gemäss der SAJV Prozesse des Selbstlernens, die sich in unmittelbaren Lebenszusammenhängen („Learning by doing“) abspielen. Das (freiwillige) Selbstlernen ist meist ungeplant, beiläufig und unbeabsichtigt. In internationalen Projekten kann informelles Lernen während den nicht organisierten Programmteilen (z.B. Essen, Pausen, freier Abend) stattfinden. «Soft Skills» werden oft durch informelles Lernen angeeignet.

Durch non-formales und informelles Lernen können sich junge Erwachsene wertvolle Kompetenzen für eine gelingende Lebensbewältigung, ihre Persönlichkeitsentwicklung und ihre gesellschaftliche Teilhabe aneignen. Die Lernerfahrungen tragen zudem zu verbesserten Chancen auf dem Arbeitsmarkt bei. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass diese Lernerfahrungen eine höhere Anerkennung erhalten.

Wie können die Lernergebnisse der Teilnehmenden anerkannt werden?

Erasmus+ fördert das Tool «Youthpass». Mit «Youthpass» können die Teilnehmenden ihre Lernergebnisse nach den acht Schlüsselkompetenzen für Lebenslanges Lernen reflektieren und individuell dokumentieren. «Youthpass» ist damit auch eine Teilnahmebestätigung und enthält eine Beschreibung der Aktivität. Der offizielle «Youthpass» darf im Rahmen des Schweizer Programms zu Erasmus+ nicht ausgestellt werden. Movetia empfiehlt, sich bei der Konzeption eines eigenen Zertifikats am Modell „Youthpass“ zu orientieren und es gemäss Ihren Bedürfnissen anzupassen.

Ein weiteres Modell zur Reflexion der Lernergebnisse in Mobilitätsprojekten bietet die Plattform Boostbox. Das interkulturelle Modul ist auf die Bedürfnisse von Jugendlichen abgestimmt und unterstützt die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Der Europarat hat mit dem «Council of Europe Youth Work Portfolio» ein Onlinetool geschaffen, das es erlaubt, erworbene Kompetenzen zu analysieren und festzuhalten.

Das Ressourcenzentrum SALTO «Training and Cooperation» hat ein Kompetenzmodell für Jugendarbeiter/innen (verfügbar auf Englisch) entwickelt, welches die Fähigkeiten und Kenntnisse von Jugendarbeiter/innen aufzeigt. Das Modell stellt eine Unterstützung dar, um persönliche Lernergebnisse zu identifizieren.

Was gibt es für verschiedene Dimensionen der Anerkennung?

Laut Youthpass gibt es vier verschiedene Dimensionen der Anerkennung von Kompetenzen, die durch non-formales und informellen Lernens im Jugendbereich erworben wurden. Diese Dimensionen beschreiben die unterschiedlichen Ziele und Zielgruppen der Anerkennung.

Die Selbstanerkennung oder individuelle Anerkennung bezieht sich auf das persönliche Bewusstsein. Es beinhaltet die eigene Beurteilung von Lernergebnissen und die Fähigkeit, diese Lernergebnisse in anderen Bereichen anzuwenden. Sie steht auch für das Bewusstsein innerhalb des Jugendsektors über den Wert der Jugendarbeit. Selbstanerkennung ist eine wichtige Basis für die anderen Formen der Anerkennung und zur Qualitätsentwicklung in der Jugendarbeit.

Soziale Anerkennung bedeutet, dass verschiedene Akteure der Gesellschaft (Eltern, Schule, Arbeitgeber/innen, etc.) den Wert der Jugendarbeit und die in non-formalen Lernprogrammen angeeigneten Kompetenzen verstehen und anerkennen.

Formale Anerkennung wird oft assoziiert mit der Validierung von Lernergebnissen und mit der Zertifizierung eines Lernprozesses und/oder dessen Ergebnissen. Durch diesen Prozess werden die Lernerfolge meistens verglichen mit den Qualifikationen, welche in der formalen Bildung erworben werden. Formale Anerkennung kann sich auch auf einen offiziellen Status beziehen (z.B. Akkreditierung eines Lernprogramms).

Für das Team Jugendarbeit bedeutet Validierung in Jugend in Aktion Projekten Folgendes: Die Teilnehmenden halten selbst ihre Lernergebnisse in einem Dokument fest. Die für die Lernaktivität zuständige Organisation unterschreibt dieses Dokument.

Politische Anerkennung zeigt sich z.B. in der Politik und den Gesetzen zur Jugendarbeit und non-formaler Bildung. Sie könnte sich zeigen im Ausmass, in dem non-formales Lernen und die Anbieter davon in politischen Strategien eingebunden sind.