Von der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen über die Methodik bis hin zur Evaluation – auf dieser Seite finden Sie Tipps und Hinweise für eine erfolgreiche Planung und Umsetzung Ihres Mobilitätsprojekts mit Jugend in Aktion.

Wie finde ich Partnerinstitutionen?

Die Weiterbildungskurse von Jugend in Aktion sind eine ideale Gelegenheit, um Partnerorganisationen im Ausland zu finden. Durch den persönlichen Austausch mit möglichen Partner/innen finden Sie schnell heraus, welches Format und welche Themen für ein gemeinsames Projekt geeignet wären. Informationen und Kontaktdetails zu zahlreichen internationalen Jugendorganisationen und deren Projekte finden Sie zudem auf der Vernetzungsplattform OTLAS. Das Informations- und Vernetzungsportal Eurodesk Schweiz unterstützt Sie ebenfalls gerne bei der Suche nach möglichen Partnerorganisationen.

Was gibt es bei der Zusammenarbeit mit den Projektpartner/innen zu beachten?

Eine gute Zusammenarbeit und ein regelmässiger Austausch mit den Partnerorganisationen sind zentrale Voraussetzungen für das Gelingen Ihres Projekts. Ein Vorbereitungsbesuch kann die Zusammenarbeit unterstützen, indem persönliche Kontakte geknüpft und Projektinhalte besprochen werden können. Hier erfahren Sie mehr über die Finanzierung von vorbereitenden Besuchen.

Für Jugendbegegnungen und den Europäischen Freiwilligendienst kann zudem im Rahmen der Antragstellung optional ein Planungstreffen beantragt werden.

Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, die Aufgaben und Rollen klar zu verteilen. Dies sollten Sie zu Beginn der Projektplanung besprechen und idealerweise auch schriftlich festhalten. Eine Evaluation der Zusammenarbeit trägt zudem zur Qualität des Projekts bei und liefert wertvolle Erkenntnisse für die Weiterführung der Partnerschaft. 

Wie finde ich zusätzliche Finanzierungsmittel?

Neben dem Einsatz von Eigenmitteln können Sie Unterstützungsbeiträge bei weiteren Förderstiftungen oder Sponsoren beantragen. Zudem können Sie von den Teilnehmer/innen einen Teilnahmebeitrag und/oder einen kleinen Beitrag an die Reisekosten verlangen. Dabei ist es wichtig, dass die Höhe des Teilnahmebeitrags in Relation zu den verfügbaren Mitteln der Teilnehmenden steht und kein Hindernis für die Teilnahme darstellt. Wenn eine Person den Teilnahmebeitrag nicht aufbringen kann, sollen individuelle Alternativen angeboten werden.

Wie finde ich Teilnehmende?

In der Regel sind die Projektteilnehmenden bereits innerhalb Ihrer Organisation aktiv. Zudem können Sie das Projekt in Ihrem Netzwerk und über Ihre Kommunikationskanäle bewerben. Informieren Sie auch Jugendorganisationen und Jugendarbeitsstellen in Ihrer Region. Sie können Ihr Projekt zudem über Eurodesk Schweiz ausschreiben.

Wie wird die Chancengleichheit gefördert?

Chancengleichheit, Inklusion und gesellschaftliche Vielfalt sind wichtige Bestandteile des Programms Jugend in Aktion. Movetia  stellt zusätzliche Finanzierungsmittel zur Verfügung, um Kosten im Zusammenhang mit der Teilnahme von Menschen mit erhöhtem Förderbedarf zu decken. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Themen Chancengleichheit und Inklusion.

Wie werden Teilnehmende sinnvoll ins Projekt eingebunden?

Die Lernerfahrung der Teilnehmenden wird verstärkt, wenn sie aktiv in die Projektgestaltung eingebunden sind. Insbesondere bei Jugendbegegnungen und Projekten im Bereich Jugend und Politik ist es wichtig, die Teilnehmenden in allen Projektphasen miteinzubeziehen. Dazu gehört beispielsweise, die Jugendlichen inhaltliche und methodische Entscheidungen fällen zu lassen und ihnen die (Teil-)Verantwortung für verschiedene Aufgaben zu übertragen. 

Was ist nicht-formales Lernen?

Charakteristisch für Jugend in Aktion ist die Anwendung nicht-formaler Lernmethoden. Im Gegensatz zum formalen Lernen, das von Institutionen vorgegeben und strukturiert wird, werden die Jugendlichen hierbei auf freiwilliger Basis in den Lernprozess einbezogen und steuern ihr Lernen selber. Dabei werden sie von Begleitpersonen unterstützt. Weitere Informationen zu den Besonderheiten des nicht-formalen Lernens finden Sie beispielsweise im Youthpass-Handbuch.

Wie können die Lernergebnisse der Teilnehmenden validiert werden?

Für einen nachhaltigen Lernerfolg ist es wichtig, den Teilnehmenden die Gelegenheit zu bieten, ihre Lernergebnisse zu reflektieren und festzuhalten. Dieser Prozess hilft ihnen, sich konkret bewusst zu werden, welche Kompetenzen sie während des Projekts erworben und vertieft haben. Für die Überprüfung und Anerkennung der Lernergebnisse können Sie auf verschiedene Instrumente zurückgreifen:

  • Erasmus+ fördert das Zertifikat «Youthpass». Dieses kann im Rahmen des Schweizer Programms zu Erasmus+ nicht ausgestellt werden. Movetia empfiehlt, sich bei Konzeption eines eigenen Zertifikats am Modell „Youthpass“ zu orientieren und es gemäss Ihren Bedürfnissen anzupassen.
  • Ein weiteres Modell zur Reflexion der Lernergebnisse in Mobilitätsprojekten bietet die Plattform Boostbox. Das interkulturelle Modul ist auf die Bedürfnisse von Jugendlichen abgestimmt und unterstützt die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.
  • Der Europarat hat mit dem «Council of Europe Youth Work Portfolio» ein Onlinetool geschaffen, das es erlaubt, erworbene Kompetenzen zu analysieren und festzuhalten.
  • Das Ressourcenzentrum SALTO «Training and Cooperation» hat ein Kompetenzmodell für Jugendarbeiter/innen (verfügbar auf Englisch) entwickelt, welches die Fähigkeiten und Kenntnisse von Jugendarbeiter/innen aufzeigt. Das Modell stellt eine Unterstützung dar, um persönliche Lernergebnisse zu identifizieren.

Wie können die Projektergebnisse verbreitet werden?

Während Ihres Projekts generieren Sie Erkenntnisse und Wissen und erarbeiten möglicherweise ein Produkt. Indem Sie diese Ergebnisse verbreiten, sichtbar machen und verankern – innerhalb Ihrer Organisation, in Ihrem Netzwerk oder gegenüber der Öffentlichkeit –, können Sie die Wirkung Ihres Projekts verstärken. Zudem können Sie sich als Organisation profilieren und Ihren Bekanntheitsgrad steigern. Insbesondere bei Mobilitätsprojekten für Jugendarbeiter/innen ist es wichtig, dass Ihr Projekt einen Mehrwert für die lokale, regionale oder (inter-)nationale Jugendarbeit bietet.

Stimmen Sie Massnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und Dissemination auf die Projektziele und Ihre Zielgruppen ab. Dazu können Sie sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Sind die Teilnehmer/innen des Projekts Multiplikator/innen und vermitteln die Botschaft des Projektes gegen aussen?
  • Wie können Ihre Organisation und Ihr Netzwerk nachhaltig von den Projektergebnissen profitieren?
  • Was können andere Organisationen, Zielgruppen sowie die Öffentlichkeit aus dem Projekt lernen?

Spannende und wichtige Hinweise dazu, wie Ihre Projekte durch eine gezielte Dissemination eine noch grössere Wirkung erzielen, finden Sie in der Broschüre «Making Waves» (auf Englisch). 

Was ist bei der Evaluation und Wirkungsmessung zu beachten?

Die Evaluation und Wirkungsmessung ist ein zentraler Bestandteil Ihres Projekts. Während der Auswertung können Sie das Projekt Revue passieren lassen und Verbesserungspotential für zukünftige Projekte identifizieren. Sie finden heraus, ob und in welchem Ausmass Ihr Projekt die Ziele und gewünschte Wirkung erreicht hat. Zudem erkennen Sie, ob das Projekt die Erwartungen Ihrer Partner und Teilnehmenden erfüllt hat und welche Lernergebnisse diese erzielt haben. Movetia empfiehlt, bereits vor der Projektaktivität eine Umfrage durchzuführen. Dies ermöglicht es, die Erfahrungen und Erwartungen der Teilnehmenden zu identifizieren und mit den gewonnenen Kenntnissen nach dem Projekt abzugleichen. Hilfreich bei der Evaluation ist die Anwendung unterschiedlicher Methoden (z.B. schriftliche Fragebögen, mündliche Feedbackrunden, Reflexionsgruppen etc.). Hinweise zu einer umfassenden Projektevaluation liefert die entspreche «SALTO»-Webseite (auf Englisch). Dort finden Sie unter anderem eine hilfreiche Vorlage zur Planung einer sinnvollen Projektauswertung. Auf der Webseite «I-Eval» finden sich zudem speziell für Jugendbegegnungen entwickelte Evaluationsbögen.

Wo finde ich weitere Informationen für Projekte mit Jugend in Aktion?

Die Webseite «SALTO» («Support, Advanced Learning and Training Opportunities») ist ein Unterstützungsangebot des Programms Erasmus+ Jugend in Aktion. Es gibt insgesamt acht SALTO Ressourcenzentren, die zu verschiedenen Themen (z.B. zu Partizipation oder Inklusionsförderung) arbeiten und kostenlose Fachpublikationen veröffentlichen. Zudem bietet SALTO unter anderem eine Toolbox mit hilfreichen Methoden zur Durchführung von Jugendprojekten sowie den europäischen Trainingskalender, in dem zahlreiche Weiterbildungsangebote aufgeführt sind. Die Teilnahme an von Erasmus+ Nationalagenturen und SALTO Ressourcenzentren organisierten Weiterbildungen wird von Movetia unterstützt. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite.