Zentren der beruflichen Exzellenz sind ein Projektformat des Erasmus+ Programms. Durch den «bottom-up» Entwicklungsprozess zielt dieses Projektformat auf die Förderung kooperativer Plattformen, die sowie national/lokal verankert als auch international vernetzt sind und darüber hinaus sektorspezifische Interessen oder gesellschaftliche Herausforderungen angehen wollen. Gefördert wird auch die Zusammenarbeit von Ländern, die ihre Berufsbildungssysteme weiterentwickeln möchten.

Welche Ziele verfolgen die Zentren der beruflichen Exzellenz?

Zentren der beruflichen Exzellenz zielen auf die Steigerung der Qualität der Arbeit sowie der Aktivitäten und Praktiken der Organisationen. Sie definieren gemeinsame Herausforderungen, entwickeln darauf aufbauend intersektorielle sowie internationale Kooperationen und stossen damit nachhaltige, zukunftsorientierte und innovative Entwicklungen auf allen Ebenen an. So wird einerseits die Attraktivität der Berufsbildung gestärkt, auch indem die Bedürfnisse und Erwartungen des Einzelnen berücksichtigt werden. Andererseits gestalten die Organisationen ein dynamisches Umfeld, das die Digitalisierung und neue Methoden integriert und mit unterschiedlichen sozio-ökonomischen Akteuren zusammenarbeitet. Auch hier werden individuelle Bedürfnisse und organisatorische Ziele verknüpft. Schliesslich werden Projektmanagementkompetenzen, die Entwicklung von Internationalisierungsstrategien und internationale Kooperationen nachhaltig gestärkt.

Welche Themen charakterisieren internationale Kooperationsplattformen?

Thema 1 Lehre und Lernen:
Entwicklung innovativer, lernenderzentrierter Lehr- und Lernmethoden, inkl. Fernunterricht, Modularisierung und transnationaler Lernmöglichkeiten sowie deren Validierung.

Thema 2 Kooperation und Partnerschaften:
Entwicklung und Verbreitung von Wissen mit den Projektpartnern und weiteren Akteuren, zum Beispiel zu den Themen Unternehmertum, Praktika, gemeinsame Nutzung von Material, Fernunterricht und Austausch von (Lehr)personal.

Thema 3 Führung/Governance und Finanzierungsinstrumente:
Wirksame Führung/Governance aller im Projekt involvierten Akteure und Anwendung der EU-Finanzierungsinstrumente.

Das Projekt muss für das gewählte Thema relevante Ergebnisse aus den im Antragsformular aufgelisteten Aktivitäten liefern:

  • Mindestens 3 Aktivitäten aus Lehre und Lernen
  • Mindestens 3 Aktivitäten aus Kooperation und Partnerschaften
  • Mindestens 2 Aktivitäten aus Governance und Finanzierungsinstrumente

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen kann jede öffentlich- oder privat-rechtliche Organisation, die in einem Programm- oder Partnerland in der Berufsbildung oder generell in der Arbeitswelt tätig ist. Hierzu zählen zum Beispiel Berufsbildungsanbieter, Firmen, Branchenvertreter, Vertreter der öffentlichen Hand, Institutionen des Tertiärbereichs, Innovationsagenturen etc.

Zentren der beruflichen Exzellenz müssen mindestens acht vollwertige Partner (full partner) einbeziehen, wovon mindestens vier aus Erasmus+ Programmländern und mindestens zwei aus EU Mitgliedstaaten stammen müssen.

Zudem muss mindestens eine Firma oder ein Branchenvertreter sowie mindestens ein Vertreter aus der Berufsbildung (Sek II und/oder Tertiärstufe) involviert sein. Die Zusammensetzung der Partner soll das Anliegen des Projekts widerspiegeln.

Schweizer Institutionen können keine Projekte leiten, sich aber als vollwertige oder assoziierte Partner beteiligen.

Wie lange dauert ein Projekt?

Die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre.

Wie werden Schweizer Institutionen finanziell unterstützt?

Schweizer Institutionen, die sich als vollwertige Partner (full partner) beteiligen, werden direkt über das Erasmus+ Programm finanziert. Schweizer Institutionen, die sich als assoziierte Partner an einem Zentrum für berufliche Exzellenz beteiligen möchten, können bei Movetia Mittel vom Schweizer Programm zu Erasmus+ beantragen. In beiden Fällen muss im europäischen Antrag der wesentliche Mehrwert der Schweizer Beteiligung dargelegt werden.

Anmeldung für weitere Auskünfte und für eine Beratung melden Sie sich bei Yvonne Jänchen