Allianzen für Innovation sind ein Projektformat des Erasmus+ Programms. Das Format fördert die strategische Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Hochschul- und Berufsbildung innerhalb ihres breiteren sozioökonomischen Umfeldes. Der Fokus liegt auf den Unternehmen und der Forschung. Mit Blick auf die Entwicklungen des Arbeitsmarkts, der Innovation und Nachhaltigkeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung, werden benötigte Fähigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen ermittelt und bereitgestellt.

Welche Ziele verfolgen Allianzen für Innovation?

Allianzen für Innovation sollen sowohl neue Kompetenzen fördern als auch Missverhältnisse zwischen Kompetenznachfrage und -angebot minimieren. Zudem sollen sie die Entwicklung von Eigeninitiative, unternehmerischem Denken und Handeln sowie digitalen Kompetenzen unterstützen. Neue Prozesse der Anerkennung von Kompetenzen und neue Ansätze der Stärkung von sozialen, ethnischen, sprachlichen und kulturellen Kompetenzen rücken in den Fokus.

Innovationsallianzen thematisieren Herausforderungen wie die ökologische Nachhaltigkeit, digitale Transformationen, Beschäftigung sowie die Stabilität und Wachstum der Wirtschaft und integrieren diese in die Entwicklung attraktiver Bildungs- und Ausbildungsprogramme.

Innovationsallianzen werden über zwei Förderlinien (Los 1 und Los 2) unterstützt (Programm Guide Erasmus+). Los 1 beinhaltet die Allianzen für Bildung. Los 2 beschäftigt sich mit der branchenspezifischen Zusammenarbeit:

Lot 1: Allianzen für Bildung und Unternehmen (ehemals Wissensallianzen)

Allianzen für Bildung und Unternehmen sind transnationale, strukturierte und ergebnisorientierte Projekte, in welchen Institutionen aus Bildung, Wirtschaft und öffentlicher Hand für das Erreichen gemeinsamer Ziele zusammenarbeiten. Allianzen für Bildung und Unternehmen operieren innerhalb oder über verschiedene Bildungs- und Wirtschaftssektoren hinaus und schaffen nachhaltige, nationale und transnationale Beziehungen. Sie erproben beispielsweise gemeinsame Weiterbildungsprogramme, ermitteln Profile neu entstehender Berufe oder entwickeln Lösungen für dringende soziale Anforderungen, die vom Markt nicht berücksichtigt werden.

Wer kann teilnehmen?

Jede Allianz für Bildung und Unternehmen muss mindestens eine Berufsbildungs- und eine Hochschuleinrichtung beinhalten. Zudem können z.B. Organisationen der allgemeinen und beruflichen Bildung und Jugend sowie Agenturen für wirtschaftliche Entwicklung, Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Akteure der öffentlichen Hand involviert werden. Allianzen für Bildung und Unternehmen müssen mindestens 8 vollwertige Partner (full partner) aus mindestens 4 Erasmus+ Programmländer umfassen. Zudem muss die Partnerschaft mindestens 3 Arbeitsmarktakteure (Unternehmen oder Firmen, Gewerkschaften oder Berufsverbände) und mindestens 3 Bildungsinstitutionen (Berufs- und/oder Tertiärbildung) als vollwertige Partner enthalten.

Schweizer Institutionen können keine Projekte leiten, sich aber als vollwertige oder assoziierte Partner beteiligen.

Wie lange dauert ein Projekt?

Eine Allianz für Innovation kann 2 oder 3 Jahre dauern.

Welches sind die Unterschiede zu den ehemaligen Wissensallianzen?

Neu wird ein thematischer Fokus auf oben genannte Herausforderungen gelegt. Bei den beteiligten Akteuren wird eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Hochschul- und der Berufsbildung in den Vordergrund gestellt. Die Anzahl beteiligter Partnerinstitutionen und Organisationen ist höher. Zudem wird neu verlangt, dass mindestens 3 Institutionen aus dem Bildungsbereich Partner sind (davon mindestens eine Hochschule und eine Berufsbildungsinstitution) sowie mindestens 3 Institutionen aus der Wirtschaft.

Lot 2: Allianzen für die branchenspezifische Zusammenarbeit zur Kompetenzförderung (Umsetzung der „Blaupause“)

Allianzen für die branchenspezifische Zusammenarbeit zur Kompetenzförderung suchen neue Kooperationen zwischen relevanten Stakeholdern und strategische Ansätze, um gemeinsame Lösungen und Anreize zur Kompetenzentwicklung in bestimmten Wirtschaftssektoren zu entwickeln.

Allianzen werden in den 14 industriellen Ökosystemen umgesetzt, welche in der Industriestrategie für Europa von 2020 festgelegt wurden:

Tourismus, Mobilität-Transport-Automobil, Luft- und Raumfahrt & Verteidigung, Bauwesen, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Kohlenstoffarme energieintensive Industrien, Textil, Kreative & kulturelle Industrien, Digital, Erneuerbare Energie, Elektronik, Einzelhandel, Nahversorgung & Sozialwirtschaft, Gesundheit

Basierend auf dem ermittelten Qualifikationsbedarf von Berufsprofilen, unterstützen diese Allianzen die Gestaltung und Bereitstellung nationaler und transnationaler Aus- und Weiterbildungsinhalte sowie Lehr- und Ausbildungsmethoden, auch für neu entstehende Berufe.

  • Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit zur Qualifikationsentwicklung der Hauptakteure aus Industrie, Sozialpartnerschaft, Bildung und Ausbildung sowie der öffentlichen Hand.
  • Aufbau der Zusammenarbeit zwischen Gross-, Klein- und Mittleren Unternehmen (KMU), entlang der Wertschöpfungskette in einem bestimmten industriellen Ökosystem.

Wer kann teilnehmen?

Allianzen für die branchenspezifische Zusammenarbeit zur Kompetenzförderung müssen mindestens 8 Programmländer abdecken und mindestens 12 vollwertige Partner (full partner) einbeziehen. Die Partnerschaft muss mindestens 5 Arbeitsmarktakteure umfassen (Unternehmen, repräsentative Organisationen, wie Wirtschafts- und Handelskammern, Gewerkschaften und Berufsverbände) und mindestens 5 Bildungs- und Ausbildungsanbieter als vollwertige Partner (full partner). Mindestens eine Hochschuleinrichtung und ein Berufsbildungsanbieter sollten als vollwertige Partner beteiligt sein.

Schweizer Institutionen können keine Projekte leiten, sich aber als vollwertige oder assoziierte Partner beteiligen.

Wie lange dauert ein Projekt?

Eine Allianz für die branchenspezifische Zusammenarbeit dauert 4 Jahre.

Welches sind die Unterschiede zu den ehemaligen Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten (Sector Skills Alliances)?

Die Förderlinie orientiert sich neu an den 14 industriellen Ökosystemen der Industriestrategie für Europa aus dem Jahr 2020. Pro industrielles Ökosystem kann nur ein einziges Projekt gefördert werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ziel, Kompetenzlücken von Berufstätigen im Arbeitsmarkt zu schliessen und damit Wachstum, Wettbewerb und Innovation zu fördern. Hochschulen sind ebenso zentral beteiligt wie Einrichtungen für berufliche Aus- und Weiterbildung. Die Anzahl beteiligter Institutionen und Länder ist höher. Es müssen zudem 5 Institutionen aus der Wirtschaft sowie 5 Institutionen aus dem Bereich Bildung und Ausbildung (davon mindestens eine Hochschule und eine Berufsbildungsinstitution) mitwirken. Das Förderbudget und die Projektdauer sind erhöht.

Wie werden Schweizer Institutionen finanziell unterstützt (Los 1 & 2)?

Schweizer Institutionen, die sich als vollwertige Partner (full partner) beteiligen, werden direkt über das Erasmus+ Programm finanziert. Schweizer Institutionen, die sich als assoziierte Partner an einer Allianz für Innovation beteiligen, können bei Movetia Mittel vom Schweizer Programm zu Erasmus+ beantragen. Im EU-Antrag müssen sie in beiden Fällen darlegen, dass ihre Mitwirkung einen wesentlichen Mehrwert für das Projekt generiert.

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