Mehr Angebote und Mittel: Die meisten Programme werden verlängert und erweitert, neue Programme ergänzen die Palette. Viele Austauschformen sind bereits wieder möglich, mit laufenden Anpassungen an die aktuelle Gesundheitssituation.


Aktuell werden die Rahmenbedingungen für die nächste Förderperiode politisch entschieden. Die eidgenössischen Räte beraten das Gesetz über die internationale Zusammenarbeit und Mobilität in der Bildung und die Kultur- und BFI-Botschaften 2021-24. Auf Europäischer Ebene wird das Folgeprogramm Erasmus+ 2021-27 beschlossen, in den nächsten Monaten will der Bundesrat verschiedene Optionen der Zusammenarbeit bis zur Vollassoziierung prüfen. Was heisst das für den Projektaufruf 2021?

Schweizer Programm zu Erasmus+: Verlängerung und Anpassung im Schulbereich

Weil der Entscheid über den Schweizer Status zu Erasmus+ erst im nächsten Jahr fällt, wird das Schweizer Programm um ein Jahr verlängert. Projekte können nach dem bekannten Vorgehen eingereicht werden. Den Projektaufruf 2021 mit den detaillierten Angaben lancieren wir voraussichtlich Ende November.

Einige Neuerungen von Erasmus+ übernehmen wir bereits für den Call 2021, um möglichst nah am europäischen Programm zu bleiben. Die grösste Änderung: Im Bereich Schulbildung wird neu der Austausch von Schülerinnen und Schüler gefördert, als Gruppe oder Einzeln. Damit werden diese den Studierenden und Lernenden gleichgestellt. Für Schweizer Schulen bedeutet dies, dass bilaterale Schulpartnerschaften künftig unterstützt werden können.

Zudem flexibilisieren wir die Antragsfristen (ausser Tertiärstufe); ab 2021 können die Förderanträge zweimal pro Jahr eingereicht werden, im Frühling und im Herbst.

Internationales Programm ausserhalb Europas: Projektaufruf im Frühling 2021

Auch die Bildungszusammenarbeit ausserhalb Europas wird weiterhin gefördert: Das bisherige Pilotprogramm wird in ein reguläres Internationales Programm überführt. Ein idealer Zeitpunkt, die bisherigen Erfahrungen auszuwerten – deshalb startet das neue Programm etwas später als bisher, der Projektaufruf wird voraussichtlich im Frühling 2021 lanciert. 

Nationale Programme: Zusätzliche Angebote für Lehrpersonen in Ausbildung und Schulen

Die nationalen Programme werden ebenfalls weitergeführt, voraussichtlich mit deutlich mehr Fördergeldern. Klassen- und Einzelaustausch gehen in der bisherigen Form weiter. Sie werden ergänzt durch neue Angebote: Für Lehrpersonen in Ausbildung sowie Lehrpersonen und Schulleitende. Im Rahmen des nationalen Lehrpersonenaustauschs werden neu auch Austauschsemester an einer anderssprachigen Pädagogischen Hochschule sowie Partnerschaftsprojekte zwischen den PH gefördert, zusätzlich zu den Praktika in einer anderen Sprachregion. Mit dem neuen Programm «Schulen im Austausch» unterstützt Movetia Lehrpersonen und Schulleitende, die bei einem Jobshadowing oder einer Lehrtätigkeit Einblick in eine andere Unterrichtspraxis nehmen.