Kooperationspartnerschaften sind ein Projektformat von Erasmus+. Sie ermöglichen Institutionen der Schulbildung, Berufsbildung, Tertiärbildung, Erwachsenenbildung und der ausserschulischen Jugendarbeit die Kooperation mit Partnerinstitutionen aus Europa. In internationalen Netzwerken werden Wissen und Erfahrungen ausgetauscht sowie innovative Ansätze in der Bildung erarbeitet. Davon profitiert die Bildungslandschaft Schweiz.

Was sind die Ziele von Kooperationspartnerschaften?

Gemeinsam entwickeln die beteiligten Institutionen innovative Konzepte, Methoden und Instrumente und tauschen sich über bewährte Verfahren aus und nutzen Synergien. Dies trägt zur Qualitätsentwicklung der Angebote und zur Stärkung von internationalen Netzwerken bei.

Kooperationspartnerschaften tragen zu einer oder mehreren transversalen oder bereichsspezifischen politischen Prioritäten des europäischen Programms Erasmus+ bei (siehe Programm Guide Erasmus+, S. 167ff). Sie arbeiten zum Beispiel daran, Mobilitäts- und Kooperationsaktivitäten inklusiver zu machen oder innovative Lern- und Lehrmethoden im Bereich der unternehmerischen Kompetenzen zu entwickeln.

Wie lange dauert eine Kooperationspartnerschaft?

Projekte können zwischen mindestens 12 und maximal 36 Monate dauern, je nach Zielsetzungen des Projektes und den geplanten Aktivitäten. Die gilt für alle Bildungsbereiche sowie die ausserschulische Jugendarbeit.

Wer kann teilnehmen?

An Kooperationspartnerschaften können sich Bildungsinstitutionen, gemeinnützige Organisationen/NGOs, Verbände, öffentliche Stellen oder kulturelle Einrichtungen beteiligen.

Generell zielen Kooperationspartnerschaften auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Institutionen der Erasmus+ Programmländer ab. Eine Kooperationspartnerschaft muss mindestens drei Organisationen aus drei Erasmus+ Programmländern umfassen.

Eine Schweizer Projektleitung ist ausgeschlossen. In der Schweiz ansässige Institutionen haben aber zwei Möglichkeiten, sich im Partnerstatus zu beteiligen: entweder als offizielle Partner oder als assoziierte Partner. In beiden Varianten muss bei der Antragstellung deutlich hervorgehoben werden, welchen Mehrwert die Kooperation mit der Schweizer Institution für das Projekt darstellt. Siehe „Antrag stellen“ in der rechten Spalte.

Wie werden Schweizer Institutionen finanziell unterstützt?

Schweizer Institutionen, die sich als offizielle Partner (full partner) beteiligen, werden über das Erasmus+ Projekt finanziert. Schweizer Institutionen, die sich als assoziierte Partner an einem Erasmus+-Projekt beteiligen, können Mittel vom Schweizer Programm zu Erasmus+ beantragen. Die Förderung basiert grösstenteils auf Pauschalen für festgelegte Budgetposten. Die genauen Angaben finden Sie in der Zuschussübersicht.

Was sind die Unterschiede zu den ehemaligen Strategischen Partnerschaften?

Neu bei den Kooperationspartnerschaften ist 2021:

  • Die Zusammenarbeit mit Institutionen aus Drittstaaten wie der Schweiz (Erasmus+ Partnerländer) wird erweitert. Neu können Projektaktivitäten in allen Ländern der Projektbeteiligten (full and associated partners) stattfinden, Zudem stellt die Beteiligung von Drittstaaten kein Risiko mehr dar: Wenn die Bedingung nicht erfüllt ist, dass die teilnehmende Schweizer Institution einen wesentlichen Mehrwert für das Projekt bringt, wird diese schon in der Evaluationsphase vom Antrag ausgeschlossen. Das Projekt wird entsprechend evaluiert und allenfalls trotzdem gefördert.
  • Angleichung des Förderinstruments über alle Bereiche, z.B. Projektdauer;
  • Neue horizontale Prioritäten (Inklusion und Diversität; Umwelt und Engagement gegen den Klimawandel; Digital Transformation; Gemeinsame Werte, bürgerschaftliches Engagement und Partizipation);
  • Verstärkter Fokus auf transdisziplinäre Zusammenarbeit und den Einbezug von Institutionen, die noch keine Erfahrung mit dem Instrument haben;
  • Zusätzliche Mittel, um Projekte inklusiver zu gestalten, umweltfreundlicheres Reisen standardisiert zu fördern und virtuelle Veranstaltungen zu unterstützen;
  • Neu fördern die Erasmus+ Nationalagenturen Projekte von 100‘000-400‘000 EUR (anstatt wie bisher bis 450‘000 EUR) und ohne monatliches Limit. Anträge von europäischen Nichtregierungsorganisationen werden neu zentral verwaltet. Dafür werden die Kooperationspartnerschaften durch das Format „Kleinere Partnerschaften“ ergänzt (6-24 Monate und 30‘000 oder 60'000 EUR). Eine Mitwirkung in „Kleineren Partnerschaften“ ist der Schweiz als nicht-assoziiertem Drittstaat nicht möglich.

Vorbereitende Besuche

Vorbereitende Besuche ermöglichen Dozierenden und Verwaltungspersonal von Institutionen der Tertiärstufe Kooperationsprojekte vorzubereiten. Die Unterstützung kann genutzt werden, um zukünftige Partnerorganisationen vor Projekteingabe zu besuchen, Kontakte für gemeinsame Projekte zu knüpfen und Projekte mit Partnern in die Wege zu leiten. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Drei Personen beugen sich über einen Tisch und arbeiten an einem gemeinsamen Projekt.

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